Beschwerdebrief an Air Berlin

Es ist schon einige Jahre her, aber mein erfolgloser Versuch, nach einem Wohl mächtigen Schlag auf einen Koffer …. aber lesen Sie selbst:

From: Tom Voltz
To: XXXXXX@airberlin.com
Sent: Friday, April 19, 2002 11:50 AM
Subject: Trauerarbeit
Fliegen mit AIR BERLIN
ist wie PECH mit VOGEL
oder
Fliegen mit AIR BERLIN
ist wie GLUECK mit LOS

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Flugmenschen und -menschinnen

Ich bedaure, Ihnen den Hinschied meiner Sonnenbrille bekanntgeben zu müssen.

Noch mehr bedauere ich, erfolglos reklamiert zu haben. Nun würde ich Ihnen diese Traueranzeige nicht senden, wenn sie nicht irgendwo eine Beziehung zu Ihrem werten Unternehmen hätte. Und die Beziehung ist, Sie ahnen es gewiss: Ich flog mit Ihnen, ebenso meine Brille, letztere jedoch auf die Schnauze.

Kurz und knapp:

Flug nach München kurz vor Ostern. Flug genossen, Landung hervorragend, Koffer geschnappt, Ferien gemacht, alles wunderbar, bis auf das etwas kalte aber immerhin sehr sonnige Wetter.

Flug zurück nach Palma am Ostermontag. Flug genossen, Landung hervorragend, Koffer geschnappt, zu Hause Koffer geöffnet und Mitbringsel verteilt … und … aus meinem Hartschalenbehältnis meine Sonnenbrille (Kostenpunkt 169.50 Schweizer Franken) entnehmen wollen – aber die Hartschale war an ihrer schwächsten Stelle entzweit, und ein Brillenglass nur noch ein „fassungsloses“ Brillenglas, dazu auch noch gebrochen.

Nachdem ich mir eine halbe Stunde später die Tränen endlich aus den Augen gewischt hatte und somit auch die Telefonnummer für Ihr Palma Office finden konnte, sagte man mir, ich solle doch an den Flughafen kommen, um den Schaden anzumelden.

Gesagt, getan. Ich kam am Freitag Nachmittag nach der Arbeit zu einem überaus freundlichen jungen Mann, der mich um so freundlicher an die Firma Ineuropa im Ankunftsbereich verwies. Die dortige Dame mühte sich redlich und rief wiederum oben in Ihrem kleinen Air Berlin-Häuschen an. Nach einer Weile, es mögen so um die siebzehn Minuten gewesen sein teilte sie mir mit, da könne man nichts machen. „Och, sagte ich, wieso denn nicht?“ „Ja, mein werter Herr,“ antwortete die Dame, „da hätten sie innerhalb von 48 Stunden kommen müssen.“

Das, so dachte ich mir, kann doch nicht wahr sein. Dachte ich so. Zürnend. Flugs eilte ich hinauf zum Air Berlin Schalter, ahnend, dass mir hier endlich ordentliche Hilfe zuteil würde. Doch Ahnungen können täuschen – zumindest die Guten; die Bösen treffen ja in der Regel ein. Der gleiche freundliche Herr von vorhin (siehe oben) meinte, da hätte er gar nicht dran gedacht, dass es da ja diese 48 Stunden Regel gibt. Ob ich mich denn erinnern könne, wie die AirBerlin Dame hiess, mit der ich am Ostermontag telefoniert hätte?

Na, und jetzt versuchen Sie Mal, nachdem sie ein rauschendes Osterfest im Kreise berauschter Familienmitglieder hinter sich haben und nur einem Zufall zu verdanken ist, dass sie es noch rechtzeitig zum Flughafen in München schafften, jetzt versuchen Sie Mal, sich noch an den Namen einer Person zu erinnern, mit der Sie ein zwei Stunden nach Ankunft ein kurzes Telefongespräch führten. Sehen Sie, da geht es ihnen wohl so wie mir. Der junge Mann versprach mir, er wolle einen Aushang im Office machen, auf dass sich die betreffende Dame vielleicht erinnere. Aber gehört habe ich nix.

Tja und jetzt stehe ich da und muss meine Sonnenbrille zu Grabe tragen.

Aber: Trauernde bedürfen der Tröstung. Wie, so lautet meine Frage an Sie, können Sie mich trösten?

Beste Grüsse

Tom Voltz

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Selbstredend, dass es der Air Berlin nicht schwer viel, sich herauszuwinden. Man war unschuldig. Natürlich. Ich sollte vielleicht, weil im Laufe der Zeit ja immer wieder solche Meisterleistungen der Kundenorientierung erfahrbar sind, wieder mehr an die Geschäftsleitungen solcher Unternehmen schreiben.

Das trägt dann durch Publikaton zumindest auch zur Erheitung der Öffentlichkeit bei, denn Läuterung ist in den seltensten Fällen zu erfahren.

Das nächste Mal erzähle ich von meinem verschwundenen iPod.

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