Die Lösung der Eurokrise

Die Lösung der Eurokrise ist im Grunde einfacher als uns all die Wirtschaftswissenschaftler, Börsengurus und Politiker erklären. Sie besteht aus zwei Schritten:

Erstens:

In Anerkennung ihrer Leistung als Erfinder der Demokratie, erhalten die Griechen, als Wiedergutmachung auf die unentgeltliche Übernahme des Systems der Demokratie eine angemessene finanzielle Entschädigung. Denn diese Übernahme war ja schliesslich nichts anderes als der Diebstahl geistigen Eigentums.

Berechnet wird die Entschädigung auf der Basis der Ausübung demokratischer Gepflogenheiten wie Wahlen und Parlamentsdebatten.

Pro Bürger und pro Wahlmöglichkeit, wird je wahlberechtigtem Bürger 1 Eurocent je Wahl fällig. Parlamentsdebatten werden nach einem noch festzulegenden Schlüssel pro Sitzungsminute und PArlamentsgrösse berechnet. Die Anzahl anwesender Politiker spielt dabei keine Rolle, denn es soll die „Möglichkeit“ der demokratischen Teilhabe verrechnet werden. Da in der Schweiz häufiger als im Rest Europas gewählt wird, muss die Schweiz zwar mehr bezahlen, erhält aber auf der anderen Seite, weil sie dem Idealprinzip der Demokratie am nächsten kommt, einen Belohnungsrabatt von 17 Prozent.

Nun könnten einige Länder versuchen, ihren Zahlungsverpflichtungen durch Reduktion der Parlamentsdebatten, Verkleinerung der Parlamente oder nur noch alle 10 Jahre stattfindende Präsidentschaftswahlen ein wenig zu entgehen. Dies jedoch wird im Laufe der Zeit durch die sich beträchtlich erhöhende Gefahr von Revolutionen ausgeglichen werden.

Schafft es trotzdem ein Diktator, das demokratische System eines Landes zu kippen, so entfallen die Zahlungspflichten selbstverständlich. Allerdings dürfen hier, zu beurteilen durch ein internationales Demokratiegericht mit Hauptsitzen Athen, die von Kritikern als pseudodemokratisch bezeichneten Demokratiebemühungen in Brüssel nicht kostenfrei gestellt werden.

Mit diesem Modell scheint die finanzielle Sicherheit Griechenlands gewahrt und die für die gesamte Weltordnung so bedeutende Erfindung der Demokratie angemessen und langfristig gewürdigt.

Zweitens:

Es wird den Mittelmeranrainern wie Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und gewiss auch dem Süden Frankreichs vorgeworfen, man pflege dem Leben gegenüber eine gewisse Laisser-faire oder zu legere Haltung. Man begrüsse die Sonne zu lange, schlürfe seinen Kaffee zu lange, halte seine Siesta zu lange, und so weiter.

Zugleich aber reisen Jahr für Jahr Millionen von nördlich dem Mittelmeer lebenden Bürgern in den Süden, um sich am Mittelmeer eben jenes Lebensstiles zu erfreuen.

Also, kann man konstatieren: Dieser Lebensstil der Mittelmeeranrainer hat offensichtlich einen Wert. Werte können monetär zum Ausdruck gebracht werden. In diesem Sinne und Geiste möchte ich vorschlagen, dass die Einreise in jene Länder und Gebiete mit einer Mittelmeertaxe, ähnlich einer Kurtaxe, besteuert wird, welche den Mittelmeerstaaten zugute kommt.

In der Tat gibt es keinen Grund, eine solche Taxe nicht zu erheben. Vergleicht man die Resultate von Kuren in den Bergen, wo jedes Dorf eine Kurtaxe erhebt, mit den fröhlichen Gesichtern angetrunkener aber auch nüchterner Touristen am Mittelmeer, so drängt sich der Verdacht auf, dass die Mittelmeerkur wesentlich mehr zur Erheiterung des Gemütes derer aus den Wolken-Nebel-Regen-Ländern beiträgt, als eine dröge Kneippkur, bei welcher man in eisig kaltem Wasser um sein Leben stapft.

Dies alles ist hier nur kurz und grob umrissen, soll jedoch als Impuls dazu dienen, dass die Eurokrise bis in zwei Jahren als überwunden betrachtet werden kann.

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