… die Minuten danach — Seehofer redet mit Seele

Sehen Sie Herr Seehofer,

Das war doch jetzt einmal herzerfrischend. Und das, was Sie im ZDF ab Minute 5:20 zunächst off-the-record sagten, kam herüber als ehrliche Kommunikation, mitten aus der Seele des Menschen Seehofer.

Nicht dieses übliche Worthülsengeschwurbel, das schon lange keiner mehr Ernst nimmt.

Vor allem aber gefiel mir, dass Sie öffentlich Selbstkritik an der aktuellen Lage der Koalition üben, dass eben nicht alles in Ordnung ist und dass man darüber reden muss.

Der Kosmos des Politikers bewegt sich natürlich stets auch um die Selbsterhaltung. Und das eigene Tun muss einem richtig erscheinen, sonst täte man es nicht. Jedoch: Empfindet man das eigene Tun als richtig, weil es dem Selbsterhaltungstrieb dient oder weil es dem Auftrag der Auftraggeber, sprich der wählenden Bevölkerung, entspricht?

Mit Ihrem Interviewanhängsel haben Sie gezeigt, dass man sehr wohl beides miteinander vereinen kann. Ich finde eine solche Wahrhaftigkeit bemerkenswert. Sprechen Sie doch in Zukunft nur noch in Anhängseln und lassen Sie das vorherige, vom jeweiligen PR-Menschen empfohlene, Amts-BlaBla einfach weg.

Auf jeden Fall wünschte ich mir, dass ein derartiger Diskussionsstil, wie Sie ihn „off-the-record“ zeigten, in der deutschen Politik Einzug halte. Und das ohne hämische Seitenhiebe der jeweilig opponierenden Parteien. Einfach ehrliches und offenes Ringen um Positionen. So wie es einem Parlament gut stünde. Auf dass man sich in Phönix die bundestäglichen Generalddebatten nicht mehr wegen des kabarettistischen Unterhaltungswertes sondern wegen der inhaltlichen Auseinandersetzungen anschauen möchte.

Ab 05:20 beginnt der „off-the-record“ Teil:

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