Keine Zeit für Hildebrandt

Weder ARD noch ZDF brachten es am vergangenen Mittwoch fertig, kurzfristig das Abendprogramm umzugestalten, um den verstorbenen Dieter Hildebrandt angemessen zu würdigen. Eine mickrige Stunde gegen 22 Uhr war alles, was man sich bei der ARD gestattete.

Naja, in Helmut Merkels und Angela Kohls Manier wird der Mann halt einfach kalt lächelnd ausgesessen. Die Gefahr eines Hildebrandt war ja immer, dass Leute plötzlich würden nachdenken wollen (oder gar können) über das, was mit ihnen und dem Land geschieht.

Da war es schon besser, dass man keinen Mittwochabendfilm kippte und dem Ungeheuer Dieter H. einen solchen Platz eingeräumt hätte. Der Mann kam ja sowieso immer erst am späteren Abend im Programm. Nein, nein, passt schon so. Die Fernsehanstalten sind öffentlich und sie sind rechtlich, wie ihr Titel ja sagt. Von moralisch steht da nichts. Von kritisch schon gar nicht. Vor allem nicht die an den Marionettenfäden der Politik hängenden Direktoren der Anstalten.

Und wenn es harmlosere Aushängeschilder der Meinungsvielfalt gibt, vielleicht eher so Komiker und Clowns und Comedy-Artisten, dann schont das auch die Nerven der armen Zuschauer, die am nächsten Tag wieder das Bruttosozialprodukt steigern müssen.

Ruhe sanft, du Land der Dichter und Denker.

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