Radfahrer ohne Benehmen

Replik zu: Radfahrer ohne Knautschzone
von Marcel Iseli, Mallorca Magazin 9/2008, Seite 13:

(ob’s veröffentlicht wurde, entzieht sich des Autoren Kenntnis)

Radfahrer ohne Benehmen

Jetzt fallen sie wieder über uns her. Je organisierter desto rüpelhafter, wie mir scheint: Horden von buntbeleibten Radfahrern, die neben ihren Ehefrauen auch die Manieren zu Hause gelassen haben.

Sie machen sich auf unseren Strassen breit und wundern sich, wenn sie im Krankenhaus aufwachen.

Da gibt es die Kreuzungsfetischisten, die sich nur dann als wahre Velocipeden fühlen, wenn sie im Rudel von einem oder zwei Dutzend Gleichgesinnter inmitten einer Kreuzung über einer Strassenkarte gebeugt Rat halten oder trinkend und plaudernd auf Nachzügler warten. Des Autofahrers Einsatz seiner Hupe, damit er dieses Gewusel durchdringen könne, wird als Affront empfunden. Üble Beschimpfungen pflastern ihren Weg.

Dann kennen wir die Dorfplatzbesetzer, die mit ihren Rädern Barrieren errichten, lauthals schwyzerdütsch oder deutschdialektisch schwetzend ihre Wegzehr auspacken und bei Miguel Kaffee ordern. Vorbei die Idylle.

Wieder auf ihren Drahteseln beweisen sie ihre Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, darunter auch solchen, die auf dem Weg zur Arbeit sind, indem sie auch auf engen Strassen zwei- oder dreispurig, also grossspurig, nebeneinander fahren. Wir dürfen das, exklamieren sie und vergessen, dass der Arzt hinter ihnen zu einer Notoperation in die Klinik muss.

Und schliesslich können wir noch den Urinator ausmachen, der an der belebten Strassenkreuzung auf dem Lande sein Geschlechtsteil auspackt und Juans Mauer bewässert — wie mir und meinen Gästen erst vergangene Woche wieder in etwa zwei Metern Entfernung demonstriert wurde.

Nüüt für unguet Herr Iseli, aber vielleicht könnten Sie ihren Gästen einige dieser Sitten abgewöhnen? Dann wäre man eventuell geneigter, ihre Sorgen zu teilen.

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