Eilmeldung: Deutsche Bahn verkauft Deutsche Bahn

Nachdem sie mit Verspätungen, hohen Preisen im Bahngeschäft und grossen Verlusten im Güterverkehr keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, ist aus Insiderkreisen zu vernehmen: Die Deutsche Bahn verkauft ihr Kerngeschäft.

Zunächst kamen die Linienbusse von privaten Anbietern. Die Bahn konterte nicht mit Leistungsverbesserungen im Schienenverkehr, sondern wollte den Privaten mit einer eigenen Buslinie das Wasser abgraben. “Mit unserer Macht als Staatskonzern lassen wir uns das Transportwesen doch nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Unternehmern kaputt machen,” sagte ein Vorstandsmitglied, das gute Beziehungen in Regierungskreise pflegt.

Dann konnte der Güterschienenverkehr sich nicht gegen die Konkurrenz auf der Strasse behaupten.

Auf Langstrecken wie München — Hamburg kommt man gegen die Airlines nicht an.

Wie ein Klotz an Bein

Teure Gleissanierungen, eingefrorene Weichen im Winter, ausfallende Klimaanlagen, frierende oder schwitzende Kunden, die regelmässigen Probleme der Bahn sind anscheinend einfach nicht in den Griff zu bekommen. “Wir müssen den Kostenfaktor Schiene endgültig eliminieren,” überhörte dieser Reporter ein ranghohes Mitglied der Direktion der DB beim Abendessen an einer Würstchenbude am gelegentlich übersehenen Bahnhof Heppenheim/Bergstrasse, nachdem sein IC an ihm vorbeigerauscht war.

Neue Strategie Bahn-Air

Ein neues und vertrauliches Strategiepapier, das ein aufmerksamer Reisender auf einem leeren Sitzplatz der 1. Klasse von Hamburg nach Berlin fand und uns zuspielte, legt einen revolutionären Umbau dar:

1. Die Bahn plant, gross ins Fluggeschäft einzusteigen und nach der Abwerbung eines Ryanair Managers (Name der Redaktion bekannt) die Flugtarife innerhalb Deutschlands auf den Kopf zu stellen.

2. Die bestehenden Schienenwege sollen asphaltiert und zu Schnellbusstrassen umgerüstet werden. Diese werden ausschliesslich der DB zur Verfügung stehen. “Staufrei und sicher! Dagegen kommt keiner an.”, beschreibt der Verfasser des Papiers diese Strategie. “Die bestehende Infrastruktur kann vollends übernommen werden.”

3. Sämtliches Rollmaterial sowie die demontierten Schienenstränge sollen in Absprache mit dem Entwicklungshilfeministerium zu günstigen Konditionen an bedürftige Staaten abgegeben werden.

4. Der Konzern soll in “Deutsche Bundesflugbus AG” umgetauft werden.

Eine offizielle Stellungnahme traf bis zum Redaktionsschluss nicht ein. Der Linienbus der Bahn mit deren Pressesprecher steckte im Stau fest.

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