Tom Voltz Homepage
Dialoge mit Sokrates, Hardcover, 1998

Klappentext

Mitarbeiter sollen Vorgesetzte einschätzen? Da schrillt bei manchem Vorgesetzten die Alarmglocke, Angst kommt auf. Aber Vorgesetzteneinschätzung bietet eine grosse Chance zur Gestaltung eines humanen, spannungsfreien Arbeitsplatzes, das Betriebsklima verbessert sich und damit auch die Arbeitsleistung, sagt Autor Tom Voltz.

Der Autor wendet sich sowohl an Personalverantwortliche als auch an Führungskräfte und führt Schritt für Schritt durch sämtliche Stufen der Vorgesetzteneinschätzung, von der anfänglichen Beseitigung herrschender Zweifel bis zur erfolgreichen Implementierung dieses Instruments. Auch die kritische Betrachtung von Macht und Machtmissbrauch fehlt nicht.

Führung ist stets auch Ausdruck der Individualität des einzelnen. Wer die Vorgesetztenenschätzung im Sinne des Autors versteht und einsetzt, wird nicht Gefahr laufen, anhand eines einfachen Fragenkatalogs normierte Führungskräfte zu «züchten». Angefangen von den Problemen unterschiedlicher Wahrnehmung von Führungsverhalten bis hin zu den Gefahren eines zu grossen «Gruppendenkens» wird der Leser in seinem Alltag der Führungsprobleme abgeholt und erfährt, wie die Vorgesetztenenschätzung gewinnbringend genutzt werden kann. Beispiele erfolgreicher Umsetzung zeigen die nachhaltig positive Wirkung dieser Vorgehensweise.

Vorgesetztenbeurteilung verlangt Mut von allen Stufen. Die Resultate rechtfertigen den Einsatz: Offene, verantwortungsbewusste Kommunikation, Abstimmung der Ziele von «unten» nach «oben» wird plötzlich möglich.

Ursprünglich erschienen: Orell Füssli Verlag, Zürich 1998; 206 Seiten; gebunden.

Rezensionen

Die Zeit

Publikations-Datum: 8. April 1999 (Hinweis: Hier wurden gleich zwei Bücher aus dem Orell-Füssli Verlag besprochen. Ich gebe nur den Teil wieder, der sich mit mir auseinandersetzt.)

Reden und reden lassen

Autor: Sven O. Clausen

… wieviel weiter ist da Tom Voltz! Daß Menschen Probleme miteinander haben können, da dies die Arbeitsleistung beeinträchtigt und daß man eben deshalb darüber reden muß – alles geschenkt. Voltz entwickelt einen Plan, wie Unternehmen durch die institutionalisierte Kritik an den Chefs intern zu einem «herrschaftsfreien Diskurs» gelangen können. Wie man zu einem Leitbild für Führungskräfte kommt, an dem sich alle im Unternehmen reiben können. Der Autor entwirft Fragebögen für die Kritik, schildert, wie man Rücklauf und Feedback organisiert.

Anders als [die weiter oben besprochene Autorin] richtet er sich an Unternehmer und Topmanager. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sein Buch ernsthafter strukturiert ist als das der Kollegin. Sie will den verhärmten Sachbearbeiter ermutigen, damit der zu seinem Chef geht oder sich selbst ändert und es wieder angenehmer hat im Leben. Voltz hat Grösseres vor: Statt «Wirtschaftssubjekten» sollen in Unternehmen wieder «Menschen» miteinander umgehen. Statt immer nur höheren Gewinnen hinterherzujagen und dabei fortwährend zu entlassen, sollen Vorgesetzte zuvorderst «menschlich» handeln — beispielsweise in offenen Diskussionen.

Tom Voltz weiss natürlich genau, wie begrenzt der Charme seiner wirtschaftsethischen Argumente ist: Die Chance systematischer Kritik an den Vorgesetzten, so sein zusätzliches Argument, mache die Beschäftigen zufriedener und führe so natürlich auch unweigerlich zu steigenden Gewinnen.